Foto v. l.: Das Vorstandsquartett: Dr. Martin Schilling, Ralf Löbach, Holger Hürten und Andre Schmeis
VR-Bank Rhein-Sieg präsentiert erfolgreiches Geschäftsjahr VR-Bank Rhein-Sieg eG Wilhelm-Hamacher-Straße 2
Wilhelm-Hamacher-Straße 2
Mitgliedschaften

VR-Bank Rhein-Sieg präsentiert erfolgreiches Geschäftsjahr

Differenzierung als Unternehmensstrategie

Auf den ersten Blick scheinen alle Banken gleich zu sein. Finanzdienstleistungen werden als beliebig und austauschbar empfunden. Die Erwartungshaltung seitens der Kunden ist in einem überquellenden Markt groß und vieles wird nicht mehr als Service empfunden, sondern als Selbstverständlichkeit. „Die einzige Chance, in diesem Umfeld als Regionalbank überleben zu können, sehen wir in der Differenzierung“, ist sich das Vorstandsquartett Dr. Martin Schilling, Holger Hürten, Ralf Löbach und Andre Schmeis einig. Eine aktuelle Befragung von ‚Der Bank Blog‘ und ‚YouGov‘ hat ergeben, dass qualitative Elemente entscheidend für eine erfolgreiche Differenzierung sind. Dabei steht – vielleicht für viele überraschend – die persönliche Nähe (73%) mit großem Vorsprung vor allen anderen Faktoren an erster Stelle. Mit deutlichem Abstand folgen Vertrauen (36%), Preise (33%) und digitale Angebote (31%).

„Wir sind davon überzeugt, dass wir genau diese persönliche Note bestens beherrschen. Denn wir sind Menschen mit Emotionen und zeigen diese auch: Zum Beispiel bei unserer Challenge mit Max Rendschmidt, bei unseren Mitsingabenden im kompletten Geschäftsgebiet oder auch bei unserer hohen Präsenz bei Veranstaltungen in der Region. Außerdem versteht sich die komplette Mitarbeiterschaft beim Vorstand angefangen als Ansprechpartner und Wegbegleiter für die Kundinnen und Kunden der Bank“, führte Dr. Martin Schilling, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Rhein-Sieg, aus. „Dabei spielen Persönlichkeit und Nähe eine große Rolle.“

Für 3.456 Neukunden (2017: 3,251) war dies sicher mit ein Grund, eine Geschäftsbeziehung zur VR-Bank aufzubauen. 

Auch das Vermächtnis des Genossenschaftsgründers Friedrich Wilhelm Raiffeisen hat die Aktivitäten der Bank auf vielfältige Weise geprägt. Ein Jahr lang hat Vater Raiffeisen mitverfolgt, wie seine genossenschaftliche Idee in der heutigen Zeit gelebt wird. „Wir glauben, er wäre stolz auf uns, denn sein Prinzip „Einer für alle, alle für einen“ mit dem Ziel der Hilfe zur Selbsthilfe zieht sich durch unser Handeln“, so der Vorstandschef.

Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass die Genossenschaftsbank auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken kann. Dabei will das Kreditinstitut aber nicht verhehlen, dass es in einer überaus agilen Region tätig ist, die von wirtschaftlichem Wachstum, Bevölkerungszuwachs und hervorragender Infrastruktur geprägt ist.

Zum 31.12.2018 wird ein Bilanzgewinn von 6,319 Millionen Euro (2017: 6,279 Mio. Euro) ausgewiesen, womit man sich auf Vorjahrsniveau bewegt. Erwirtschaftet wurde der Gewinn in 28 Geschäftsstellen in den Kommunen Siegburg, Troisdorf, Lohmar, Niederkassel, Sankt Augustin, Neunkirchen-Seelscheid, Much und Ruppichteroth. Hinzu kommen weitere 12 SB-Standorte.

Die Bilanzsumme kletterte zum 31.12.2018 um 2,78 Prozent von 2,602 Milliarden Euro auf 2,674 Milliarden Euro.

„Nach zwei fusionsfreien Jahren 2018 und 2019 planen wir für 2020, vorbehaltlich der Zustimmung der beiden Vertreterversammlungen, den Zusammenschluss mit der Volksbank Oberberg zur VR-Bank Rhein-Sieg Oberberg“, informierte Dr. Martin Schilling. In diesem Zuge entsteht eine Flächenbank mit über 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, über 50 Filialen und einer Bilanzsumme von über 6 Milliarden Euro. „Die große Herausforderung wird dann darin bestehen, die persönliche Nähe weiterhin mit Leben zu erfüllen“, weiß der VR-Bank-Chef. „Lösungen hierfür haben wir.“

Stabile Ertragslage

Überaus erfreulich ist für die Geschäftsleitung die Steigerung des Zinsüberschusses um über 2,8 Millionen Euro - und das vor dem Hintergrund der anhaltenden Niedrigzinsphase. In absoluten Zahlen konnte die VR-Bank 47,716 Millionen Euro einnehmen (2017: 44,913 Mio. Euro), welches einer prozentualen Steigerung von 6,24 entspricht. Das bereits in 2017 starke Provisionsergebnis konnte noch einmal um gut 1 Prozent auf 18,354 Millionen Euro (2017: 18,161 Mio. Euro) zulegen und stellt damit eine wichtige Ertragssäule der Bank dar.

Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich um 3,26 Prozent auf 43,856 Millionen Euro (2017: 42,473 Mio. Euro).

Mit einer Cost-Income-Ratio von 71,2 Prozent (2017: 70,3 %) wirtschaftet die VR-Bank effizient, sucht aber stetig nach weiteren Hebeln, die Relation nach unten zu verbessern.

Der vorläufige Jahresüberschuss beläuft sich mit 6,319 Millionen Euro (2017: 6,279 Mio. Euro) etwa auf Vorjahresniveau. Damit ist die Bank in der Lage ihren 51.850 Mitgliedern erneut eine attraktive Dividende zu zahlen und die Rücklagen zu stärken. Im Rahmen der Prüfungsschlusssitzung im Mai wird der Vorstand dem Aufsichtsrat vorschlagen, welche Dividendenhöhe der Vertreterversammlung zur Entscheidung vorgelegt wird.

Tagesgeld nicht klein zu bekommen

Die Situation auf der Einlagenseite der Bank zeigt sich seit Jahren unverändert. Tagesgelder legen zu, langfristige Anlagen schmelzen ab. In absoluten Zahlen erhöhten sich die täglich fälligen Einlagen um knapp 5 Prozent von 1,548 Milliarden Euro auf 1,625 Milliarden Euro in 2018. Die befristeten Einlagen reduzierten sich um fast 11 Prozent auf 94,5 Millionen Euro, die Spareinlagen veränderten sich nur marginal um 0,5 Prozent auf 419,9 Millionen Euro und die eigenen Inhaberschuldverschreibungen verharrten mit 20,0 Millionen Euro auf dem Vorjahreswert.

Die Gesamteinlagen beliefen sich zum Jahresultimo auf 2,158 Milliarden Euro (2017: 2,091 Mrd. Euro), ein Plus von 3,23 Prozent. 

„Obwohl wir die geschäftspolitische Entscheidung getroffen haben, keine Negativzinsen, die wir an unsere Zentralbank zahlen müssen, an unsere 126.000 Kundinnen und Kunden weiterzugeben, bedeutet dies, dass auf den Konten der VR-Bank über 2,1 Milliarden Euro schlummern, die den Sparern in der anhaltenden Phase extrem niedriger Zinsen seit Jahren kaum oder gar keine Rendite bringen. Real, also nach Abzug der Inflation von aktuell 1,7 Prozent, machen sie damit Verlust“, erläuterte Holger Hürten, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Rhein-Sieg.  

Enttäuschendes Börsenjahr 2018

2018 war ein Jahr der politischen Börsen. Allen voran beherrschten drei Themenblöcke das internationale Marktgeschehen: Der Handelskrieg zwischen den USA und China, der Brexit und Italien. Im Jahresverlauf gesellten sich immer wieder Sorgen um eine weltweite Eintrübung der Konjunktur dazu. Davon beeindruckt reagierten auch die Aktienmärkte, so dass der DAX am letzten Handelstag bei 10.559 Punkten stand und damit über 18 Prozent im Jahresverlauf verloren hatte.

„Auch wenn das Börsenjahr 2018 zu wünschen übrig ließ, stellen wir fest, dass immer mehr unserer Kundinnen und Kunden nach rentableren Anlagealternativen suchen.“ Ungebrochen hoch gehandelt werden dabei nach wie vor Immobilien, gefolgt von Fonds, Aktien und Gold.

Ein Indikator dafür sind die um 6,73 Prozent gestiegenen Wertpapierumsätze von 280,3 Millionen Euro auf 299,2 Millionen Euro. Die Anlage in Investmentfonds stabilisierte sich mit 176,1 Millionen Euro (2017: 174,5 Mio. Euro) auf hohem Niveau. 108,6 Millionen Euro investierten die Anleger in Aktiendirektanlagen, Rentenpapiere mit einem Investment in Höhe von knapp 15 Millionen Euro dienten eher der Beimischung.

Vermögensaufbau durch regelmäßiges Sparen in einen Fondssparplan war auch 2018 für viele Anleger eine sinnvolle Anlagemöglichkeit. Dies ist beim genossenschaftlichen Partner Union Investment bereits ab 25 Euro pro Monat möglich.  2.410 (2017: 2.394) neue Fondssparpläne konnte die Bank in 2018 mit einem neuen 12-Monats-Sparvolumen von 3,580 Millionen Euro (2017: 3,325 Mio. Euro) generieren. Damit erhöhten sich die Sparplanbestände auf knapp 11.300 Stück.

Stabiles Vermittlungsgeschäft

Um 2,58 Prozent auf 5,535 Milliarden Euro (2017: 5,369 Mrd. Euro) wuchs im abgelaufenen Geschäftsjahr das Gesamtkundenvolumen. Diese Zahl ist besonders wichtig, zeigt sie doch das gesamte vertriebliche Engagement eines Hauses, denn das bilanzielle und außerbilanzielle Geschäft wird gemeinsam betrachtet.

Aufgrund von intensiven Aktivitäten im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge erhöhte sich die Anzahl der Lebensversicherungsverträge zur Stärkung der privaten Vorsorge von 1.116 Stück auf 1.347 Stück. Die dabei abgeschlossene Versicherungssumme über die R+V Versicherung belief sich auf 15,7 Millionen Euro.

In Form von Konsumentenkrediten stellte der genossenschaftliche Partner TeamBank 15,8 Millionen Euro (2017: 17,6) zur Verfügung.

Das Bauspargeschäft behauptete sich unter weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen. 1.217 Bausparverträge mit einem Bausparvolumen von 60,5 Millionen Euro wurden platziert.

Geschäftsstellenkonzept steht

Der eingeschlagene Weg, an unseren Geschäftsstellen-standorten ein differenziertes Angebot an Service- und Finanzdienstleistungen vorzuhalten, hat sich in den letzten zwei Jahren bewährt. Dieser Veränderungsprozess ist nun fast abgeschlossen.

Wichtige Erkenntnis der umfangreichen Analysen war die Bestätigung, dass der Kunde über die unterschiedlichsten Zugangswege mit der Bank kommunizieren möchte. Das Telefon spielt dabei eine große Rolle. Mittlerweile arbeiten im bankeigenen KundenServiceTeam 25 Damen und Herren, die für alle Fragen zum Bankgeschäft kompetente Ansprechpartner sind, da es sich um eigene Bankmitarbeiter handelt. Neu ist auch das Angebot des Live-Chats auf der Homepage der VR-Bank. Im Alltag sind die Kundinnen und Kunden gerne mobil unterwegs, womit das Handy immer unverzichtbarer wird. „Wir wollen den selbst organisierten Kunden immer im Blick haben und unsere Angebote an dessen Bedürfnissen ausrichten. Daher sind Investitionen in die Digitalisierung eine Voraussetzung, um dem veränderten Kundenverhalten mit guten Lösungen begegnen zu können“, führte Holger Hürten aus.

Erste Erfahrungen hat die VR-Bank 2018 mit einem digitalen Anlage-Assistenten gesammelt. Mit MeinInvest kann der Kunde selbst herausfinden, welche Geldanlage zu ihm und seinen Zielen passt. Der digitale Anlage-Assistent ermittelt anhand der Angaben ein passendes Angebot und der Kunde kann es mit nur wenigen Klicks selber abschließen.

Da bereits sehr viele Menschen Online-Banking nutzen, sind in diesem Bereich kaum noch Wachstumszahlen möglich.

Ungebrochen groß ist hingegen der Trend zur mobilen Nutzung über die VR-BankingApp, die mittlerweile fast 11.000 User auf ihrem mobilen Endgerät runtergeladen haben. 

Sehr ungewöhnlich ist es für eine Bank, wenn sie einen neuen Standort eröffnet. Dies passiert im Juni im neuen Bahnhofsgebäude in Troisdorf. „So allmählich nimmt das Konzept sowohl von der räumlichen Ausstattung als auch von der inhaltlichen Ausrichtung Gestalt an“, freut sich Holger Hürten. „Wir werden hier neue Wege gehen, Bankgeschäft neu definieren, von Mensch zu Mensch mit hoher digitaler Kompetenz“, so Hürten. 

Ihr Bekenntnis zur Region unterstreicht die VR-Bank außerdem durch den Bau einer neuen Filiale in Ruppichteroth. „Am 17. März feiern wir Eröffnung und zeigen dann der Bevölkerung, dass wir unseren Worten Taten folgen lassen und bereit sind, in unsere Filialstandorte zu investieren“, hob Holger Hürten hervor.

VR-Bank verlässlicher Finanzierungspartner

Der Gesamtbestand der Kundenausleihungen erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr von 1,880 Milliarden Euro auf 1,969 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 4,75 Prozent. Unter Berücksichtigung einer etwas schwächeren Konjunktur als ursprünglich erwartet, zeigt sich die VR-Bank mit diesem Ergebnis zufrieden. Der Bestand teilt sich auf in 1,857 Milliarden Euro (2017: 1,782 Mrd. Euro) Darlehen und 112,3 Millionen Euro (2017: 97,5 Mio. Euro) Kontokorrentkredite.  

Mittelstandsfinanzierungen als Motor des Wachstums 

„Wesentlicher Treiber war erneut das weiterhin florierende Firmenkreditgeschäft. In diesem Bereich können wir uns vor Anfragen kaum retten, eine überaus komfortable Situation, die wir sehr zu schätzen wissen. Wir haben uns aber auch in den letzten Jahren einen hervorragenden Ruf als verlässlicher und stabiler Partner unserer Kunden erarbeitet“, freut sich Vorstandsmitglied Ralf Löbach.

Mit einem Nettowachstum von 119,1 Millionen Euro = 11,26 Prozent übernimmt die VR-Bank immer mehr die Marktführerschaft im Geschäft mit mittelständischen Firmenkunden.  

Erreicht wurde diese Steigerung durch die Genehmigung von Darlehen in Höhe von 244 Millionen Euro. „Nach wie vor resultiert eine große Anzahl von Anfragen aus Empfehlungen und wir konnten hierdurch bereits zahlreiche neue Kundenverbindungen erschließen. Darauf sind wir besonders stolz“, führte Ralf Löbach aus.

Beim Blick in die Zukunft beklagen die Firmenkunden den großen Mangel an Facharbeitern sowie die Kapazitätsengpässe an Bau- und handwerklichen Leistungen. Dies könnte sich mittelfristig zu einem ernsteren Problem ausweiten, welches sich auf die Entwicklung des Mittelstandes negativ auswirken könnte.

Zuwachs bei Kontokorrentkrediten und Bauträgerfinanzierungen

Um 8 Prozent auf 128,8 Millionen Euro (2017: 119 Mio. Euro) legten die Neuzusagen in Kontokorrentkrediten zu. Insbesondere resultieren diese aus dem starken Bauträgergeschäft. Die hohe Nachfrage nach Wohneigentum in unserer Region ist nach wie vor ungebrochen. Der niedrige Zins in der Endfinanzierung und unsere attraktive Wirtschaftsregion sind sicherlich ein Motor für diese Entwicklung. Zu beachten ist jedoch die Preisentwicklung für neu erstellte Wohneinheiten.

Daneben konnten einige bonitätsstarke Neukunden hinzugewonnen und bestehende Kundenverbindungen im Bereich der Betriebsmittelfinanzierung ausgebaut werden. „Hier ist der Einsatz unseres Zahlungsverkehrsspezialisten spürbar. Durch seine Beratungsleistung in Zusammenarbeit mit dem Firmenkundenbetreuer erfahren die Firmenkunden Mehrwerte, die sich in der Ausweitung der Geschäftsbeziehung widerspiegeln“, hob Löbach hervor.

Rekordumsatz bei der Immobilienvermittlung

Die VR-Bank Rhein-Sieg Immobilien GmbH verbuchte einen Rekordumsatz von 2,035 Millionen Euro (2017: 1,117 Mio. Euro). Das siebenköpfige Immobilienteam mit Standorten in Siegburg, Troisdorf-Sieglar, Lohmar und Much konnte 130 Objekte verkaufen und 31 Objekte zur Vermietung oder Verpachtung vermitteln. Ein Wermutstropfen für die potentiellen Käufer liegt allerdings in den immer weiter ansteigenden Immobilienpreisen, die allmählich eine Obergrenze erreicht haben dürften.

Gemeinsam mit sieben Partnern ist die Immobilientochter der VR-Bank Mitte Januar 2019 mit dem neuen Immobilienportal ErstRaum.de an den Start gegangen. Das Portal ist regional aufgestellt. Die Partner haben sich verpflichtet, neue Immobilien für zunächst zwei Wochen exklusiv auf diesem Portal anzubieten. Bei der gegenwärtigen Marktlage reicht dies fast immer, um Immobilien zu vermitteln. Damit hätten große Player aus der Branche kaum noch die Chance, an neue Immobilien heranzukommen. Auch Privatpersonen können das regionale Portal zu deutlichen geringeren Preisen für die Einstellung von Wohnungen, Häusern oder WG-Zimmern nutzen.

Mangelware bezahlbarer Wohnraum

„Für immer mehr Menschen wird der Traum nach der eigenen Immobilie zur Herausforderung. Explodierende Preise, die sich viele Menschen einfach nicht mehr leisten können, und ein leergefegter Markt erschweren die Suche. Da helfen auch günstige Darlehenszinsen nichts. Wenn dann kein ausreichendes Eigenkapital vorhanden ist, stehen auch wir vor einer vielfach nicht lösbaren Aufgabe“ fasste Vorstandsmitglied Ralf Löbach die aktuelle Lage auf dem Immobilienmarkt zusammen.

In 2018 konnten dennoch 73,381 Millionen Euro an privaten Baufinanzierungen ausgezahlt werden.

„Auch wenn wir gerne noch mehr Geschäft machen würden, kommen für uns Finanzierungen ohne ausreichendes Eigenkapital nicht in Frage. Die nachhaltige Sicherung des Eigentums, auch bei steigenden Zinsen, hat für uns oberste Priorität. Dies sind wir unseren Kunden schuldig“, unterstrich Ralf Löbach.

An die verbundeigenen Hypothekenbanken vermittelte die VR-Bank Rhein-Sieg weitere 20,438 Millionen Euro. Die KfW unterstützte mit 4,068 Millionen Euro.

Risikomanagement mit steigenden Anforderungen  

Im Controlling der VR-Bank wurde auch 2018 wieder sehr gute Arbeit geleistet. Insbesondere widmet sich die Abteilung den Risikofaktoren, denen eine Bank ausgesetzt ist. Im Berichtsjahr ist die Bank nur solche Risiken eingegangen, die hinsichtlich ihrer Auswirkungen zu beurteilen waren und die konkret zu beziffern waren. Dabei haben die Spezialisten neben den Kreditrisiken auch Marktpreis- und Zinsänderungsrisiken sowie Liquiditätsrisiken stets im Blick. Im Rahmen der Risikostrategie legt die VR-Bank großen Wert auf eine gesunde Relation zwischen Ertrag und Risiko. Aufgrund der immer umfänglicheren Anforderungen in die Regulatorik mussten wir den Personalbestand weiter aufstocken“, informierte Vorstandsmitglied Andre Schmeis.

Neues Banken-Anwendersystem

„Die größte Herausforderung in diesem Jahr besteht in der Umstellung auf ein völlig neues Banken-Anwendersystem“, weiß Andre Schmeis. Für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beginnt ab 22. Juli ein neues technisches Zeitalter. Notwendig wird diese Umstellung aufgrund der Fusion der beiden Rechenzentralen der Genossenschaftsbanken. Da künftig das System der Fiducia zum Einsatz kommt, müssen alle Banken darauf wechseln und davon ist auch die VR-Bank betroffen. „Damit alles reibungslos abläuft, müssen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in hunderten von Schulungsstunden auf den neuen Stand gebracht werden. Dafür haben wir eigens an unserem Bankstandort in Menden ein Trainingscenter eingerichtet“, so Schmeis.

Sachbearbeitung auf höchstem Niveau

Florierende vertriebliche Leistungen finden nur dann ihren Abschluss, wenn die anschließende Sachbearbeitung schnell und kompetent erledigt wird. Viele Auswertungen werden benötigt, um die richtigen Schlussfolgerungen ziehen zu können. 623 Wertgutachten (2017: 831) und 1.262 Bilanzauswertungen (2017: 840) wurden dafür zu Rate gezogen.

Des Deutschen liebstes Kind: Bargeld

Kaum zu glauben, aber der durchschnittliche Deutsche möchte auf seine Münzen und Scheine im Portemonnaie nicht verzichten. Um diesen Bedarf decken zu können hat die VR-Bank Rhein-Sieg 70 Automaten (2017: 71) im Einsatz, 24 davon sind reine Geldautomaten zum Auszahlen, 46 Maschinen so genannte Recycler, an denen auch Geld eingezahlt werden kann.

Aufgrund der leichten Erhöhung der durchschnittlichen Auszahlungssumme von 199 Euro auf 203 Euro reduzierte sich die Anzahl der Transaktionen von 2,24 Millionen auf 2,22 Millionen. Insgesamt schütteten die fleißigen Helfer 452,4 Millionen Euro (2017: 445,7 Mio. Euro) aus.

Sozialbilanz – Zeichen unserer Nachhaltigkeit

Auf der Schwelle zu 300.000 Euro

Die Crowdfundingplattform der VR-Bank stellt für viele Vereine eine große Chance dar, denn es können Gelder für Projekte akquiriert werden, für die in der Vergangenheit einfach kein Geld zur Verfügung stand. „Dies ist in Zeiten knapper öffentlicher Kassen ein großartiges Angebot, denn unsere Bank unterstützt jede Spende ab 10 Euro einmalig mit 10 Euro,“ zeigt sich Andre Schmeis begeistert.

Seit Auflegung der Crowdfunding-Plattform wurden 84 Projekte eingestellt und insgesamt über 295.000 Euro eingesammelt, darin enthalten über 120.000 Euro Co-Funding seitens der VR-Bank. Die Bilanz für 2018 weist 22 Projekte mit einem Co-Funding von 24.410 Euro aus. Fast 100.000 Euro wurden 2018 insgesamt über die viele-schaffen-mehr-Plattform gespendet.

Insgesamt kamen den Vereinen und gemeinnützigen Institutionen in Form von Spenden und Geldern für Sponsoringaktivitäten 352.000 Euro (2017: 290.000 Euro) zu Gute.

VR-Bank zählt zu den großen Arbeitgebern
Zum Jahresende 2018 beschäftigte die VR-Bank Rhein-Sieg 431 (2017: 423) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auch die Anzahl der Auszubildenden erhöhte sich von 23 auf 25. Der Mitarbeiterzuwachs verhält sich gegen den Trend in der Branche, in der eher Personal abgebaut wird. „Noch vor einigen Jahren haben wir freiwerdende Stellen durch den Eintritt von Mitarbeitern in das Rentenalter nicht neu besetzt. Hier zeichnen sich ein Umdenken bei uns ab, denn aktuell suchen wir sogar qualifiziertes Personal“, führte Andre Schmeis aus.

Dass die Bank ein attraktiver Arbeitgeber ist, verdeutlichen die Zahlen der Betriebszugehörigkeit: Im Durchschnitt sind die Banker seit 17,8 Jahren bei der Bank tätig. Die Möglichkeit der Teilzeitarbeit nutzen 138 Damen und Herren. Sowohl externe als auch interne Schulungsmaßnahmen, oftmals auch in Form von Webinaren, sorgen dafür, dass die Belegschaft gut geschult ist und über das notwendige fachliche Know-how verfügt. 2018 investierte die Bank 290.000 Euro (2017: 350.000 Euro) in die Weiterbildung, wovon 181 Beschäftigte an 735 Tagen partizipierten.

Karte

Karte wird geladen ...
Breitengrad: 50.81503
Längengrad: 7.15554